Sobald Kinder da sind, verschiebt sich alles. Auf einmal geht es nicht mehr nur um dich, sondern um Menschen, die von deinem Einkommen leben. Und genau danach solltest du deine Versicherungen sortieren – nicht nach dem, was gerade beworben wird. Ich stelle Familien in der Beratung deshalb immer zuerst dieselbe Frage: Was von dem, was passieren könnte, würde dich finanziell wirklich aus der Bahn werfen?
Womit du anfangen solltest
Ganz oben steht die private Haftpflichtversicherung. Sie klingt unspektakulär, aber ein Personenschaden kann dich über Jahrzehnte belasten – deshalb sollte die Deckungssumme nicht zu knapp bemessen sein. Wie hoch sie für deine Familie sinnvoll ist, hängt von deiner Situation ab und gehört in ein persönliches Gespräch. Fast genauso wichtig, und trotzdem oft vergessen: die Absicherung deiner Arbeitskraft. Fällt das Einkommen weg, das die Familie trägt, fehlt schnell die Grundlage für Miete, Kreditrate und den ganz normalen Alltag. Und wenn Kredite laufen oder ein Partner nur wenig verdient, gehört meist auch eine Risikolebensversicherung dazu.
Die Arbeitskraft wird fast immer unterschätzt
Das erlebe ich ständig: Das Auto ist gut versichert, das neue Handy sowieso – aber das, was das Geld überhaupt erst hereinbringt, bleibt ungeschützt. Wer über längere Zeit nicht arbeiten kann, bekommt vom Staat über die gesetzliche Erwerbsminderungsrente oft deutlich weniger, als er erwartet – und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Eine Berufsunfähigkeitsabsicherung fängt diese Lücke auf. Mein Tipp: nicht zu lange warten. Je jünger und gesünder du bist, desto leichter und günstiger kommst du in der Regel an einen guten Vertrag.
Was ruhig warten darf
Du musst nicht alles auf einmal abschließen. Zusatzbausteine für seltene Einzelrisiken haben Zeit. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: erst das Existenzielle sichern, den Rest später ergänzen – etwa wenn du baust oder ein weiteres Kind dazukommt.
Mein Rat für den Anfang
Setzt euch einmal in Ruhe zusammen und beantwortet eine einzige Frage: Wenn morgen ein Einkommen wegfällt – wie lange kämen wir zurecht? Aus der Antwort ergibt sich fast von selbst, wo deine Prioritäten liegen. Wenn du magst, sortieren wir das gemeinsam. Häufig ist der erste Schritt gar kein neuer Vertrag, sondern ein Blick auf das, was du längst hast.